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Ausleitung / Entgiftung:

Es gibt kaum ein Beschwerdebild, das nicht mit einem gestörten, belasteten oder krankhaft veränderten Milieu einhergeht.

Mit Milieu oder Interstitium oder Pischinger Raum, wird jenes Gewebe bezeichnet, in das sämtliche Zellen eingebettet sind. Hier enden viele Nervenfasern, um ihre jeweiligen Botenstoffe untereinander auszutauschen. Ebenso beginnen hier die Lymphgefäße, über die eine Entsorgung von Stoffwechselprodukten stattfindet.

Der Zustand dieses Milieus ist von enormer Bedeutung für die Regenerationsfähigkeit des Organismus. Alle Stoffe, deren Beseitigung nicht sofort gelingt, werden in diesem Milieu "zwischengelagert". Dies können Schwermetalle, Medikamentenrückstände, Lösungsmittel, ebenso wie Haarfärbemittel, Petrochemikalien, Verunreinigungen von Lebensmitteln, aber auch Biotoxine von Bakterien, Viren oder Pilzen sein. Diese Stoffe "verschlacken" das Milieu und erschweren die lebensnotwendigen Stoffwechselprozesse des Körpers. Der Sauerstofftransport in die Zelle wird aufwändiger, genauso wie die Versorgung mit lebensnotwendigen Mineralstoffen, Fettsäuren, Salz, Spurenelementen, Vitaminen, Enzymen und Wasser.

Dies ist Grund dafür, dass bewährte Therapien manchmal nicht richtig "greifen". So können bisweilen eingenommene Vitamine die Zelle nicht erreichen und dadurch ihre positive Wirkung nicht entfalten.

Somit wird deutlich, dass häufig eine "Reinigung" dieses Milieus die Grundlage für die anschließende Behandlung darstellt. Eine solche Reinigung, meistens "Entgiftung" genannt, kann sich mitunter über mehrere Wochen erstrecken und sollte in Abständen wiederholt werden.

Die Entgiftungleistung des Körpers kann durch verschiedene Maßnahmen unterstützt werden:

Die Unterstützung der Ausscheidung über die Haut

Das trockene Schröpfen

In einem kleinen Glasgefäß wird ein Unterdruck erzeugt und anschließend wird das Glas auf die Haut aufgesetzt. Der Unterdruck überträgt sich auf das Hautgewebe und erzeugt ein künstliches Hämatom, das von den Zellen des Immunsystems entsorgt wird = trockenes Schröpfen. Hierbei werden auch die "Schlackenstoffe" aus dem behandelten Gewebebereich entsorgt.

Das blutige Schröpfen
Wird die Haut zusätzlich mit einer Blutlanzette angeritzt, so führt dies zu einer kleinen Blutung, die von dem Schröpfglas aufgefangen wird = blutiges Schröpfen. Dieser Reiz ist für das Gewebe sehr viel intensiver und der Organismus kann hierbei die "Stoffwechselschlacken" unmittelbar nach außen ausscheiden. Dadurch wird häufig direkt eine Erleichterung spürbar.

Die Schröpfkopfmassage
Hier wird ein Schröpfglas auf die Haut aufgesetzt und anschließend auf der Haut hin- und herbewegt. Der Unterdruck bleibt hierbei erhalten und die behandelte Haut reagiert mit einer verstärkten Durchblutung. Dadurch wird der Hautstoffwechsel angeregt, die Muskulatur entspannt und die Ausscheidung von Schlackenstoffen über Blut und Lympfe angeregt.

Das Baunscheidt-Verfahren
Mit einem speziellen Gerät, dem "Lebenswecker", werden kleine Stiche in die Haut gesetzt, die anschließend mit einem speziellen Öl eingerieben werden. Dieses Öl dringt in die Haut ein. Es entstehen kleine Pusteln, über die eingelagerte Stoffe ausgeschieden werden. Zusätzlich werden die Abwehrkräfte des Körpers gestärkt.

Die Unterstützung der Ausscheidung über den Darm

Hier ist die Fastenkur bekannt. Durch das Fasten muss der Körper auf seine Energiereserven zurückgreifen und hat dabei die Gelegenheit schädliche Stoffe über den Darm auszuscheiden.

Damit diese Gifte nicht wieder in den Körper zurück gelangen, sollte auf die Wirkung der Heilerde und der Süßwasseralge nicht verzichtet werden. Eine Steigerung der Trinkmenge auf mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder Tee täglich sind empfehlenswert. Die Darmtätigkeit kann zusätzlich durch die viszerale Osteopathie unterstützt werden, sowie durch Akupunktur, Akupunktur-Massage und Fußreflexzonenmassage.

Die Unterstützung der Lebertätigkeit

Die Leber als wichtigstes Entgiftungsorgan des Körpers verdient optimale Unterstützung. Auch hier stehen homöopathische Mittel, Tees, die Akupunktur, die viszerale Osteopathie und die Fußreflexzonenmassage zur Verfügung.

Zu Hause ist der Leberwickel leicht durchführbar, ebenso wie ein Spaziergang an der frischen Luft, dessen positive Wirkung bei Sonnenschein noch verstärkt wird.

Ein bedeutender Helfer für die Leber ist das Vitamin C. Da dieses an zahlreichen enzymatischen Prozessen der Leber beteiligt ist, ist dessen Zufuhr in hohen Dosen ausgesprochen nützlich.

Die Unterstützung der Nierenfunktion

Bei Nierengesunden sollte im Rahmen jeder Ausleitungstherapie die tägliche Trinkmenge von etwa 2 Litern erreicht werden. Ideal ist eine Kombination aus stillem Wasser und einem diureseanregenden Heilkräutertee:

Rezept:
Birkenblätter, Weißdornblätter und -blüten, Brennesselkraut, Goldrutenkraut
insgesamt 100 Gramm zu jeweils gleichen Teilen.

Zubereitung:
1 Teelöffel auf 1/4 Liter kochendes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen, davon 3-4 Tassen täglich 4 Wochen trinken. Danach 2 Wochen Pause und die Kur wiederholen.


Die Unterstützung der Ausscheidung über das Lymphsystem

Eine Unterstützung des Lymphsystems kann erreicht werden durch homöopathische Medikamente und spezielle Tees, reichlich Flüssigkeitszufuhr, durch Bewegung - vor allem Schwimmen, durch die Akupunktur und die Akupunktur-Massage und durch die Manuelle Lymphdrainage.


Um eine Entgiftung erfolgreich durchzuführen, sollten alle ausscheidenden Organe in ihrer Arbeitsleistung unterstützt werden. Hierfür ist ein von Patient und Therapeut gemeinsam erstellter Plan sehr hilfreich.


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